09.
02.
2026
Wahlprüfsteine 2026 Wohin steuert die Landespolitik mit der Schulverwaltung?
Am 9. Februar 2026 diskutierten die bildungspolitischen Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen, CDU, SPD und FDP online mit Vertreterinnen und Vertretern aus den Staatlichen Schulämtern und Regierungspräsidien Zukunftsfragen aus der Schulverwaltung.
Trotz unterschiedlicher Akzente wurden dabei gemeinsame Entwicklungslinien sichtbar.
Übergreifende Tendenzen für die nächste Legislaturperiode
- Stärkung einer handlungsfähigen Schulverwaltung
Breiter Konsens besteht darüber, dass die Schulverwaltung strukturell und personell gestärkt werden muss: klarere Aufgabenverteilungen, weniger Doppelstrukturen, mehr Effizienz und eine stärkere Ausrichtung aller Ebenen auf die Bedarfe der Schulen. - Ressourcen konsequent an Aufgaben koppeln
Neue Programme (z. B. Sprachförderung, Startchancen, …) sollen künftig systematischer mit zusätzlichen personellen und finanziellen Ressourcen in der Schulverwaltung hinterlegt werden. Mehrfach wurde betont, dass ohne diese Kopplung Reformen ihre Wirkung verfehlen. - Mehr Nähe zu den Schulen – von Kontrolle zu Begleitung
Die Rolle der Schulaufsicht soll sich weiter in Richtung Beratung, Unterstützung und Entwicklungsbegleitung verschieben. Regionale Verantwortung, stärkere Netzwerke und kontinuierliche Qualifizierung der Mitarbeitenden werden als Schlüssel gesehen. - Attraktivität von Leitungs- und Verwaltungsfunktionen erhöhen
Diskutiert wurden schnellere Beförderungsverfahren, transparentere dienstliche Beurteilungen sowie bessere Aufstiegs- und Entwicklungsperspektiven – mit dem Ziel, Schulverwaltung als attraktive Arbeitsfelder zu positionieren. - Digitalisierung als Hebel für Entlastung und Qualität
Erwartet werden Fortschritte bei kompatiblen IT-Systemen, dem Abbau von Mehrfacheingaben und dem gezielten Einsatz von KI, um Verwaltungsprozesse zu vereinfachen und Ressourcen für pädagogische Kernaufgaben freizusetzen. - Längere Linien in der Bildungspolitik
Angesprochen wurde der Wunsch nach größerer Planbarkeit und Verlässlichkeit – bis hin zu einem parteiübergreifenden „Schulfrieden“.
Die Veranstaltung sowie auch die vorliegenden schriftlichen Rückmeldungen der nachfolgenden Parteien machen deutlich:
Für die kommende Legislaturperiode zeichnen sich Reformansätze ab, die weniger auf Einzelmaßnahmen, sondern stärker auf Strukturklarheit, Ressourcensteuerung, Qualitätssicherung und Kooperation setzen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, diese Linien fraktionsübergreifend weiterzuentwickeln und in konkrete, verlässliche Umsetzungsschritte zu überführen.